Zunächst reagiert der Körper mit Umstellung des Stoffwechsels
auf die reduzierte Nahrung. Wird dauerhaft zu wenig Nahrung
aufgenommen, entstehen Mangelzustände, die zu Nierenschädigungen
führen können. Die Hormonausschüttung verändert
sich. Die Folge sind ein zu langsamer Herzschlag, ein sinkender
Blutdruck, Schwindel, Kreislaufstörungen, fallende Körpertemperatur,
Durchblutungsstörungen an Händen und Füssen.
Veränderungen der Sexualhormone treten auf und können
zum Ausbleiben der Monatsregel führen. Die unausgewogene
Ernährung führt langfristig zu gravierenden körperlichen
Mangelzuständen (Elektrolytstörungen, Vitamin- und
Mineralstoffmangel). Die Mangelzustände führen zu
Erschöpfungszuständen. Die Haut und Fingernägel
werden spröde, die Haare fallen aus. Vitamin-D-Mangel verursacht
schwerwiegende Knochenstoffwechsel-Veränderungen, so dass
Knochenerweichung und Verminderung der Knochensubstanz (Osteoporose)
die Folgen sind.
Die Gewichtsabnahme bewirkt einen chronischen Serotonin-Mangel
und dadurch auf der psychischen Ebene gravierende Stimmungsschwankungen.
Mit zunehmender Depression verlieren Patientinnen immer mehr
Lebensfreude und Interesse an der Umwelt und ziehen sich vermehrt
zurück. Gleichzeitig nehmen Konzentrations- und allgemeine
Leistungsfähigkeit immer mehr ab, die oft durch eisern
durchgehaltene sportliche Aktivitäten überkompensiert
werden. Mit zunehmendem Abmagerungswahn können die Patientinnen
immer weniger ihren abgemagerten Körper als solchen erkennen;
außerdem wird die Angst vor vermeintlichem Disziplinverlust
(Essen unerlaubter Nahrung oder größerer Mengen,
der stets gefürchtete sogenannte "Fressanfall")
absurderweise immer größer.
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